Rezension: Blutheide (Kathrin Hanke/Claudia Kröger)

Als ich Ende letzten Jahres meinen Zielbar-Artikel „Mörderische Spannung: Was Krimis und Marketing-Texte verbindet“ schrieb, bat ich verschiedenste Profi-Autoren um ihre Meinung. Marketing und Krimis: Gibt es da überhaupt Gemeinsamkeiten? Durchaus! Aber das soll nicht das Thema dieser Rezension sein.

Unter den interviewten Autoren nahmen sich auch Kathrin Hanke und Claudia Kröger die Zeit, meine Fragen zu beantworten. Heute stelle ich ihren gemeinsamen Lüneburg-Krimi Blutheide* vor.

Irrungen und Wirrungen

Wir begleiten die junge Kommissarin Katharina von Hagemann. Nach einer ebenso schwierigen wie turbulenten Zeit in München hofft sie im norddeutschen Lüneburg auf einen Neuanfang. Doch schon am ersten Tag steht ihre Welt erneut Kopf.

In Rekordzeit geht sie mit einem mysteriösen Barkeeper auf Tuchfühlung. Und trifft denselben Mann am Tag drauf als ihren Vorgesetzten wieder! Moment mal – war Katharina nicht Polizistin? Stimmt genau. Und damit hat das Verwirrspiel gerade erst begonnen.

Mysteriöse Mordserie

Doch für private Querelen bleibt keine Zeit, denn Katharina trifft ihren Chef nicht auf der Wache, sondern an einem Tatort – ein guter Einstand. Eine Wasserleiche hat sich im Gebälk der Terrasse des Hotels Heideglanz verfangen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, denn der ominöse Mörder hat nur ein kryptisches Zitat hinterlassen.

Was zunächst wie eine zusammenhanglose Bluttat aussieht, stellt sich schnell als tödliche Serie heraus. Und als ein kleines Mädchen verschwindet, ist die ebenso toughe wie empathische Katharina vollends um ihren Schlaf gebracht. Gemeinsam mit dem übrigen Team will sie den Fall so schnell wie möglich aufklären.

Gelungenes Debut

Ich freue mich, dass ich das Erstlingswerk der beiden Autorinnen Kathrin Hanke und Claudia Kröger lesen konnte. Denn ähnlich wie bei Gillian Flynns Cry Baby zeigen sich hier die Ansätze einer vielversprechenden Entwicklung. Spannungsbogen, widersprüchliche Charaktere, ein unverbrauchter Ort: Blutheide macht alles richtig.

Da ich noch nie in Lüneburg war, habe ich mir spätestens nach der Lektüre vorgenommen, daran etwas zu ändern. Beim Lesen packte mich die Lust, die schmalen Gässchen und Fachwerkhäuser auf eigene Faust zu erkunden. Na gut, vielleicht abgesehen von den gruseligen Schauplätzen, an denen Leichen auftauchen. ;)

Fazit

Blutheide ist ein solider Regionalkrimi, dem es gelingt, den Leser über lange Zeit in Atem zu halten. Hier und da wird in Online-Rezensionen die zu frühe Entlarvung des Täters kritisiert. Dieses Risiko geht jedoch jeder Roman ein, der mit den Grundprinzipien des Spannungsaufbaus arbeitet. Und auch wenn ich mich eher wenig mit der Protagonistin identifizieren konnte, wird es nicht mein letzter Krimi des Autorenduos gewesen sein.

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