Privater Lektor – sinnvoll oder nicht?

In meinem Artikel “Das ideale Schreibtempo” habe ich darauf hingewiesen, dass Autoren einen privaten Lektor beauftragen können. Doch in welchen Fällen ist das wirklich sinnvoll?

Lektor = Entlastung

Lektoren beherrschen die (deutsche) Sprache aus dem Effeff und Übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, die weit über die bloße Begutachtung von Manuskripten hinausgehen.

Mehr über das Berufsbild des Lektors und die Ausbildungsmöglichkeiten erfahren Sie auf der Webseite des Verbandes der Freien Lektoren.

Was Sie von einem Lektor erwarten können (und erwarten sollten)

Lektoren sind nicht dazu da, Ihre Schreibe in den Himmel zu loben. Sie sollen Ihnen mit ihrer Expertise ehrlich, konstruktiv und beratend zur Seite stehen. Ein Lektor ist allerdings kein Magier – er kann das Beste aus Ihrem Text herausholen. Schreiben müssen Sie ihn selbst. Lektoren sind in der Regel auch keine Autoren, sie geben Empfehlungen, Ratschläge und Hinweise.

Gute Lektoren

  1. scheuen sich nicht vor Kritik.
  2. schreiben Ihr Buch nicht neu, sondern machen Verbesserungsvorschläge.
  3. können nur das aus einem Manuskript herausholen, was an Potenzial da ist.

Wichtig ist, dass Ihnen der Lektor nicht nach dem Mund redet. Wie überall gibt es auch unter den Lektoren schwarze Schafe, die sich vor Kritik scheuen, damit Sie als Auftraggeber nicht abspringen. Wenn der beauftrage Lektor jeden Ihrer Texte über den grünen Klee lobt, sollten Sie skeptisch werden. Sie sind in diesem Fall entweder ein begnadetes Schreib-Genie oder haben es mit einem Lektor zu tun, der sich nicht traut, das Maximum an Potenzial herauszuholen.

Wann benötige ich einen Lektor?

Das kommt ganz darauf an. Ein Lektor ist ein professioneller Prüfer, der Stilbrüche erkennt. Da scheinen Freunde und Familienmitglieder, die sehr viel lesen und ein Gefühl für Sprache haben, eine gute Alternative zu sein. Das allein wird jedoch nicht ausreichen, wenn Sie professionelle Texte schreiben und diese z. B. Magazinen oder Verlagen anbieten wollen. Viele unterschätzen hier die qualitativen Hürden, die ein Text meistern muss.

Der Studi Scanner

3D_Cover_Studi_Scanner_cropped

Ein Korrektorat oder Lektorat ist Ihnen zu teuer? Dann werden Sie selbst zum Studi Scanner! Mit diesem E-Book lernen Sie Tipps, Tricks und Tools kennen, um Ihre Arbeit in kürzester Zeit zu verbessern.

Viele Lektoren bieten inzwischen auch Korrekturarbeiten für Studenten an. Oft gibt es bei entsprechendem Nachweis sogar einen Rabatt, da lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Ein Blick ins Portemonnaie

Es ist aber auch, wie bei jeder Dienstleistung, eine finanzielle Frage, ob man einen Lektor engagiert. Außerdem sollten Sie sich das Portfolio und die Stärken eines Lektors genau vor Augen führen. Auf welches Genre ist der Lektor spezialisiert? Welche Erfahrungen hat er/sie? All diese Punkte sind ausschlaggebend, wenn Sie einen passenden Lektor für Ihr Projekt suchen.

Tipp: Lesen Sie auch den Beitrag Korrektorat & Lektorat: Gibt’s das auch in billig?

Ein Lektor ist daher noch in anderer Hinsicht sehr wertvoll – er kann die literarische Qualität eines Manuskriptes erkennen und eine Prognose für dessen Marktchancen geben. Selbstverständlich können selbst Lektoren in dieser Hinsicht irren, aber zeigen Sie mir einen Beruf, bei dem das nicht so ist. Wer also darüber nachdenkt, mit seinem Manuskript an einen Verlag oder an einen Agenten heranzutreten und dahingehend noch keine Erfahrungen hat, sollte einen Lektor um Rat fragen.

Lektorat = Korrektorat?

Ein Lektorat ist nicht mit einem Korrektorat gleichzusetzen. Beide Leistungen unterscheiden sich voneinander. Bei einem Lektorat werden Texte, wie bereits beschrieben, auf Inhalt, Stil und Kontext geprüft. Ist der Text in sich stimmig und logisch? Je nach Genre werden weitere Aspekte untersucht: Ist ein Spannungsbogen vorhanden? Gibt es einen roten Faden?

Beim Korrektorat geht es um Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Interpunktion usw. Dieser Service ist auch dann effektiv, wenn Sie selbst eine gute Schreibe haben. Denn: Vier Augen sehen mehr als zwei. Und häufig ist man beim Schreiben der eigenen Bachelor- und/oder Hausarbeit betriebsblind.

Fazit

Als Autor ist man in der Regel Einzelkämpfer, erst recht, wenn man noch ganz am Anfang steht. Ein privater Lektor kann dabei helfen, den eigenen Schaffensprozess konstruktiv zu unterstützen, das Manuskript zu verbessern und Sie umfassend zu beraten. Nicht zuletzt steigern Sie damit Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Veröffentlichung.

Erkundigen Sie sich vor dem Engagement eines Lektors unbedingt nach dessen Genre-Schwerpunkt und bitten Sie um einen Kostenvorschlag bzw. eine Kostenübersicht, sofern diese Informationen nicht auf dessen Webseite zu finden sind.

Ein Lektor ist eine gute Investition, wenn er fair und ehrlich arbeitet und man sich als Autor nicht ausschließlich auf sich selbst und auf Gegenleser verlassen will. Auch kann ein Korrektorat bei jedem Text empfohlen werden, da hier das geschulte Auge Fehler entdeckt, die dem Verfasser oftmals nicht auffallen.

Sie interessieren sich für ein Lektorat?

Nehmen Sie gern Kontakt zu mir auf, wenn Sie ein Lektorat wünschen. Gemeinsam besprechen wir Ihr Projekt und ich erstelle Ihnen ein Angebot.

E-Mail: *

Telefon:

GeschäftskundeStudent

Service: *

Datei:

*: Pflichtfeld

Privater Lektor – sinnvoll oder nicht?
5 (100%) 2 vote[s]

Vorheriger Beitrag
Was ist Mainstream?
Nächster Beitrag
Rezension: F (Daniel Kehlmann)

Ähnliche Beiträge

beitragsbild-schreibtools-effizienz

Gastbeitrag: „15 großartige Schreibtools, mit denen Sie Ihre Effizienz steigern“

beitragsbild-10-tipps-entscheidungen

10 Tipps für gute Entscheidungen

Beitragsbild_Genre_Gehege_Chick_Lit

Genre-Gehege: Chick Lit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü