Pinterest-Marketing: 6 Tipps, mit denen Sie durchstarten

Sie sind bereits mit eigenem Blog und Social Media unterwegs? Sehr gut. Und jetzt stellen Sie sich vor, es gäbe da noch einen ganz heißen Schlitten im Online-Marketing. So einen Silberpfeil, der alle anderen überholt.

Tja, den gibt es und er heißt Pinterest. Ok, er ist nicht silbern, eher feuerrot, aber nichtsdestotrotz eine absolute Content-Marketing-Rennmaschine. Doch was genau hat Pinterest unter der Haube und wie nutzen Sie diese Plattform für sich? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum Pinterest?

Die organische Reichweite von Facebook ist eingebrochen. Das haben Sie sicherlich auch schon zu spüren bekommen. Bei anderen Netzwerken ist es in Sachen Sichtbarkeit kaum besser. Klar, Instagram läuft, aber auch da tummeln sich inzwischen viele Wettbewerber.

Was nur wenige Marketer wissen: Pinterest ist der wahre Traffic-Turbo. Und zwar aus drei Gründen:

  • Im Vergleich zu anderen Kanälen kennen viele Unternehmen Pinterest noch nicht.
  • Mit 34 Minuten ist die durchschnittliche Verweildauer aktiver Pinner hoch und die Absprungrate niedrig.
  • Pinterest funktioniert wie eine Suchmaschine. Ihre einmal angelegten Pins sind über Monate und Jahre auffindbar.

Richtig platziert hat jeder Pin das Potenzial, tausende Menschen aus Ihrer Zielgruppe regelmäßig auf Ihre Website, Ihren Blog, Ihren Online Shop usw. zu ziehen. Wie Sie konkret dabei vorgehen, verrate ich in den Tipps weiter unten.

Pinterest für Journalisten und Freelancer

Für Freischaffende und Journalisten ist Pinterest ebenfalls sehr effektiv. Warum genau und wie Sie dabei vorgehen, verrate ich in diesem Podcast.

Für welche Unternehmen ist Pinterest-Marketing sinnvoll?

Mit Pinterest haben Sie die Chance, Traffic abzustauben und Kunden zu gewinnen. Glauben Sie nicht? Dann werfen Sie mal einen Blick hierauf:

screenshot_analytics_social_media

Screenshot: Google Analytics (Dezember 2018)

Das ist der Traffic, den ich im vergangenen Jahr über Social Media auf meine Website eingefahren habe. Ich denke, man erkennt relativ deutlich einen Gewinner.

Auch die folgenden Zahlen zeigen, warum Pinterest sich lohnt:

Tendenziell eignet Pinterest sich eher für B2C-Marketing, da sich dort viele Nutzer privat aufhalten. Doch auch B2B-Unternehmen können punkten, zum Beispiel mit Showcases.

Pinterest sollte allerdings nur als ein Baustein einer ganzheitlichen Marketing-Strategie verstanden werden. Wenn Sie also bei der strategischen Planung feststellen, dass Ihre Zielgruppe sich nicht oder kaum bei Pinterest aufhält, dann investieren Sie Ihre Energie und Ihr Budget lieber woanders.

So viel zur Theorie rund um den Traffic-Turbo Pinterest. Aber wie steigen Sie dort ein?

Pinterest Marketing: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit Pinterest lässt sich einfach und schnell loslegen. Verlieren wir wie bei einem guten Rennen also keine Zeit.

1. Business-Account anlegen

Gehen Sie zu Pinterest Business und legen Sie einen Unternehmensaccount an. Geben Sie hierbei alle wichtigen Informationen wie Kurzinfo, Impressum, Ort etc. an. Denken Sie auch daran, Ihren Account zu verifizieren. Wie das geht, erfahren Sie bei Pinterest Help.

screenshot-pinterest-profil-freelance-start
Screenshot: Freelance Start

Tipp: Verknüpfen Sie Ihren Instagram-Account mit Pinterest, um Ihre Bilder von Instagram auch zu pinnen. Wie Sie das anstellen, erfahren Sie in dieser Anleitung.

2. Geheime Boards anlegen

Stellen Sie sich jedes Board wie einen Ordner für genau ein Thema vor. Also: Steuern, Datenschutzgrundverordnung, das Verhalten von Fröschen während der Dämmerung … ok, es dürfen schon interessantere Themen sein. Und vor allem solche, die zu Ihrer Zielgruppe passen.

pinterest-screenshot-geheimes-board
Screenshot: Benjamin Brückner

Warum geheim? Weil Ihr Pinterest-Profil am Anfang noch ziemlich nackig aussieht. Damit sich das ändert, legen Sie erst einmal geheime und für die Community unsichtbare Boards an, auf denen Sie in aller Ruhe Pins sammeln. Wenn Sie mindestens sieben Pins auf einem Board gesammelt haben, können Sie dieses öffentlich machen.

Und wie benennen Sie die Boards nun konkret? Dazu zwei Beispiele.

Boards für einen Automobilhersteller:

  • Cabrios
  • Neue Modelle
  • Events
  • Autorennen

Boards für einen Designer:

  • Marketing & Konzeption
  • Social Media Trends
  • Logos
  • Pitchdeck

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Boards eindeutig und treffsicher benannt sind. So erkennen Nutzer sofort, womit sich Ihre Boards inhaltlich beschäftigen.

Nehmen Sie sich ruhig Zeit, um bei anderen Nutzern und Wettbewerbern zu schauen, wie die ihre Boards benennen. So entwickeln Sie ein Gefühl dafür. Denken Sie auch daran, eine Kurzbeschreibung für jedes Ihrer Boards zu verfassen. So wissen die User noch genauer, zu welchen Themen Sie Pins sammeln.

So, jetzt waren wir aber lange genug an diesem Boxenstopp beschäftigt. Nächstes Zwischenziel: Schritt 3!

3. Eigene Pins erstellen

Damit Sie bei Pinterest die PS auch auf die Straße kriegen, wie es so schön abgedroschen heißt, brauchen Sie entsprechende Rennschlitten. Das sind Ihre Pins. Sie müssen kein Designer oder Ingenieur sein, um schnieke Pins zu entwerfen. Nutzen Sie Tools wie Canva, dort gibt es nämlich schon Vorlagen, an denen Sie nach Belieben herumbasteln können.

screenshot-pinterest-rich-pinScreenshot: Benjamin Brückner

Eines sollten Sie aber unbedingt erledigen, bevor Sie bei Canva aktiv werden: Schalten Sie Rich Pins frei. Rich Pins liefern wertvolle zusätzliche Informationen für Nutzer. Im obigen Beispiel sehen Sie einen sogenannten Artikel-Pin. Anders als bei normalen Pins findet sich dort der Autorenname und eine Kurzbeschreibung des Artikels sowie das Veröffentlichungsdatum.

Leider gibt es von Pinterest bisher nur englischsprachige Anleitungen für die Einrichtung von Rich Pins. Zum Glück zeigt Caroline Preuss aber in ihrer Anleitung auf Deutsch, wie das ganz einfach geht.

Das braucht Ihr Pin für die Überholspur

Richtiges Format

Erfolgreiche Pins werden üblicherweise im Hochformat angelegt. Empfohlen wird aktuell das Format 1000 x 1500 Pixel. Kleinere Pins sind auch in Ordnung, zum Beispiel im Format 600 x 900 Pixel.

Große Schriftart

85 Prozent der auf Pinterest gestellten Suchanfragen erfolgen mobil. Das heißt, dass die Schrift in Ihren Pins groß genug sein muss, um auch auf Smartphones und Tablets erkennbar zu sein.

Ansprechender Look

Ein Rennwagen sieht flott aus. Das sollten Ihre Pins auch, wenn Sie das Interesse Ihrer Zielgruppe erregen möchten. Achten Sie zugleich darauf, dass Ihre Pins mit Ihrem Corporate Design harmonieren.

Verlinkung

Pro Pin können Sie einen Link setzen. Verlinken Sie zum Beispiel auf eine Landingpage / ihren Blog / ihren Online Shop und lenken Sie so den Traffic dorthin, wo Sie ihn haben wollen.

Kurzbeschreibung & Hashtags

Beides ist ganz wichtig, damit Ihre Pins auch auf lange Sicht gefunden werden. Wir erinnern uns: Pinterest ist eine Suchmaschine und kein soziales Netzwerk. Entsprechend sollten Sie Hashtags klug wählen und wohldosiert einsetzen. Denn zu viele Hashtags werden als Spam wahrgenommen.

Extra-Tipp: Nutzen Sie einfarbige Hintergründe für Ihre Pins. Das mag schlicht wirken, aber genau darin liegt deren Stärke. Sie können auch Stockfotos verwenden, beispielsweise von Pixabay, Unsplash oder in Canva selbst. Achten Sie dabei jedoch bitte auf die Lizenen und Rechte!

Erstellen Sie gern so viele Pins, wie es Ihre Zeit und Motivation hergeben. Sie werden Sie in den nächsten Schritten brauchen.

4. Pinnen, pinnen, pinnen

Das machen Sie bitte täglich nach folgender Formel:

  • 1 eigener Pin
  • 4 fremde Pins

Warum zuerst den eigenen Pin? Weil der Algorithmus von Pinterest denjenigen Pin am höchsten gewichtet, den Sie zuerst pinnen. Und zwar jeden Tag aufs Neue. Da wäre es doch schlau, als erster in die Ziellinie zu fahren, oder?

Fremde Pins sollten Sie ebenfalls kontinuierlich pinnen. Einfach, weil man das so in einem kollegialen Umfeld macht und Sie dadurch Interaktion signalisieren. Der Algorithmus von Pinterest belohnt Aktivität, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Nutzer auf Ihre Pins aufmerksam werden.

Selbstverständlich können Sie auch mehr pinnen! Denken Sie dabei an das Verhältnis 1:4. Wenn Sie am Tag also 20 eigene Pins pinnen, dann sollten im Verhältnis dazu 80 fremde Pins stehen.

5. Die Regelmäßigkeit entscheidet

Ihr Business-Account bei Pinterest muss gewartet werden, damit Ihre Rennwagen nicht auf halber Strecke liegenbleiben. Schauen Sie also regelmäßig vorbei und pinnen Sie am besten täglich. Sie können das Ganze auch automatisieren und planen, zum Beispiel mit dem kostenpflichtigen Tool Tailwind.

Davon würde ich aber speziell am Anfang abraten. Denn die Gefahr ist groß, beim Anlegen des Veröffentlichungsplans fremde Pins zu erwischen, die zu dubiosen Inhalten oder in 404-Sackgassen führen. Der User hat davon dann mal gar nichts und Sie als Weiterpinner den schlechten Ruf.

Ja, es macht Arbeit, die Verlinkung hinter jedem fremden Pin zu prüfen, doch mit einer intensiven Sichtung sorgen Sie dafür, dass Sie nur Hilfreiches für die Nutzer pinnen, die Ihr Profil besuchen. Und dieser Qualitätsfilter geht nur manuell, weshalb ich mich jeden Tag händisch in meine Accounts einlogge und fremde Pins genau unter die Lupe nehme, bevor ich sie repinne. Damit will ich Tools wie Tailwind nicht schlechtreden. Sie sollten Sie nur mit Bedacht einsetzen.

6. Gruppenboards beitreten

Gruppenboards sind sowas wie der Nürburgring für Marketer. Dort geht die richtige Action ab, die Augen der Mitglieder sind auf Sie und Ihre Pins gerichtet. Weil sich auf diesen Boards Menschen zu spezifischen Themen zusammenfinden und gespannt verfolgen, welche Rennwagen bzw. Pins als nächste um die Ecke kommen.

Machen Sie daher die passenden Gruppenboards für Ihre Themen ausfindig und bitten Sie bei den Administratoren höflich darum, aufgenommen zu werden. Eine gute Übersicht der Gruppenboards finden Sie bei Meergedanken.

6 Profi-Tipps für Pinterest-Marketing

Ihr Account steht soweit und Sie haben die Anleitung beherzigt? Sehr schön! Kommen wir nun zu den Profi-Tipps.

1. Keywords genau recherchieren

Die Verwendung der richtigen Keywords ist entscheidend für Ihren Erfolg bei Pinterest. Diese können Sie am effektivsten direkt über die Suchmaske von Pinterest recherchieren. Geben Sie hierfür einfach einen Begriff ein und schauen Sie sich die automatischen Longtail-Vorschläge an.

2. Karussell erstellen

Dabei handelt es sich um eine relativ neue Zusatzfunktion von Pinterest. Nutzer sehen dieses Karussell in ihrem Start-Feed dann wie einen normalen Pin. Sollten die User sich ein Karussell merken, werden sämtliche Pins darin gespeichert. Sie können bis zu fünf Bilder für ein Karussell hochladen.

3. Integrieren Sie einen Pinterest-Button unter Ihre Artikel

Die DSGVO hat 2018 viele Webseitenbetreiber aufgeschreckt, sodass sie ihre Social Media Buttons komplett gelöscht haben. Das ist aber gar nicht notwendig, wenn Sie hierfür sichere Plugins wie den Shariff Wrapper verwenden. Dort können Sie Ihren Lesern auch einen Pinterest-Button zum Teilen zur Verfügung stellen, was ich Ihnen dringend empfehlen würde. Dadurch animieren Sie Nutzer, Ihre Pins von sich aus zu teilen.

4. Hinterlegen Sie einen Pin für jeden Blogartikel im CMS

Bei WordPress geht das zum Beispiel im Tool Yoast SEO. Warum ist das so wichtig? Weil der Sharing-Button allein nicht genügt. Nutzer können so nur das automatisch verfügbare Bild teilen, meistens handelt es sich dabei um das Artikelbild eines Blogbeitrages. Hinterlegen Sie in der Mediathek daher einen passenden Pin.

5. Im Zweifel nicht repinnen

Ich hatte es weiter oben schon angedeutet: Repinnen Sie nur Pins, die auf wirklich guten Content verlinken und nicht ins digitale Nirvana. Ihre Nutzer werden es Ihnen danken und Ihr Pinterest-Profil als wirklich nützlich einordnen.

6. Pinnen Sie einen Pin auf mehreren Boards

Last, but not least einer der wichtigsten Tipps: Pinnen Sie jeden Ihrer Pins auf mehreren Boards. Diese müssen thematisch natürlich passen. Wenn Sie also einen Pin erstellen, der sich mit Facebook Marketing beschäftigt, können Sie diesen Pin auf dem Board Facebook Marketing, aber auch auf dem Board Social Media Marketing pinnen. Got it?

Extra-Tipp: Halten Sie sich bei Gruppenboards bitte unbedingt an deren Regeln, um nicht rauszufliegen. Diese stehen in der Beschreibung des jeweiligen Boards.

Pinterest Ads: Werbeanzeigen bei Pinterest schalten

Seit Februar 2019 haben auch deutsche Nutzer die Möglichkeit, Pinterest-Werbeanzeigen zu schalten. Wie das schnell und einfach geht, verrate ich im folgenden Video.

Auf geht’s mit Pinterest

Sie haben alle Etappen auf dem Weg zum Traffic-Ziel gemeistert? Glückwunsch! Jetzt gilt es, dranzubleiben. Pinterest-Marketing ist kein einmaliges Rennen, sondern eher ein Road Trip. Wenn Sie dabei nicht falsch abbiegen wollen, nehmen Sie gern Kontakt zu mir auf und wir erarbeiten eine Pinsterest-Marketing-Strategie. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß mit Pinterest!

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Avatar
    Henning Uhle
    22. Juli 2019 11:45

    Hallo Benjamin,

    schön und gut. Der Artikel liest sich auch interessant. Was ich mich aber frage: Wo soll denn der “Turbo”, der “Boost”, der was-weiß-ich herkommen? Ich mache jetzt eine ganze Weile mit Pinterest herum. Aber lohnt sich denn Pinterest für einen Nebenbei-Blogger wie mich überhaupt?

    Zahlen seit 01.01.2019 laut MATOMO:
    – Zugriffe insgesamt: 110848
    – Zugriffe Pinterest: 265
    – Maximal 5 Zugriffe pro Tag von Pinterest

    Ich nehme an, dass es an der vielsagenden Empfehlung liegt “Pinnen! Pinnen! Pinnen!” (!!1!elf!). Aber ehrlich: Dafür habe ich doch gar nicht die Gelegenheit.
    – Ich bin “Gehaltssklave”, habe also gar nicht die Zeit dazu, mich pausenlos bei Pinterest herum zu treiben.
    – Die Zeit, die ich habe, nutze ich dann lieber für meinen Blog
    – Ich kann doch nicht einfach wahllos drauflos pinnen. Ich habe große Sorge, dass das auch irgendwelche Nachwirkungen haben kann.

    Das Alles überzeugt mich jetzt nicht so sehr davon, dass Pinterest wirklich ein “Boost” oder “Turbo” oder gottgemachter Wachstumstreiber ist.
    Ich habe vieles zu Pinterest gelesen. Mir erschließt sich der Sinn nicht, dass ich wie ein Bekloppter allen möglichen Quatsch pinnen soll. Ja, ich weiß: “Pinne themenbezogen”. Aber dazu muss ich doch die Inhalte alle erstmal lesen.
    Da unfassbar viele Artikel gnadenlos aufgepumpt sind, habe ich nicht die Gelegenheit, all das zu lesen, was mir vor die Füße fällt. Warum sollte ich das dann teilen? Und viele Artikel bestehen aus viel heißer Luft und überzeugen mich genauso wenig. Warum sollte ich die teilen?
    Nein, so richtig bin ich nicht dahinter gestiegen.
    Ohne groß klingende Marketing-Sprüche konnte noch niemand erzählen, wie ich denn mit Pinterest und einem Nebenbei-Blog wirklich zurecht komme. “Pinnen! Pinnen! Pinnen!” und solche Sachen wie “Booste deinen Traffic” helfen da nicht weiter.
    Das soll alles nicht als Angriff auf diesen Artikel rüber kommen. Ich halte den Artikel wirklich für informativ und gut geschrieben. Ich habe ihn ja auch gemäß der “Pinnen! Pinnen! Pinnen!”-Strategie weiter verteilt. Mir fehlt eher insgesamt das überzeugende Argument, wie man als Nebenbei-Blogger am besten mit Pinterest umgeht.

    Grüße
    Henning

    (Btw.: Schade, dass man den Kommentaren nicht folgen kann. Und schade, dass ein Feld für das Eintragen der eigenen Webseite nicht vorgesehen ist.)

    Antworten
  • Hallo Henning,

    vielen Dank für deinen ausführlichen und substanziellen Kommentar. Im schnelllebigen Netz von heute ist das inzwischen alles andere als selbstverständlich, von daher weiß ich das zu schätzen.

    Nun aber zum Kernthema: Pinterest ist ein Werkzeug und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie und zu welchem Zweck die User es einsetzen.

    Derzeit betreue ich drei Projekte mit unterschiedlichen Zielen, die allesamt bei Pinterest funktionieren. Die Ziele sind im Wesentlichen Leads und die Steigerung der Markenbekanntheit.

    Bei der Frage danach, ob sich der Einsatz lohnt, gelangen wir nicht an der Standard-Antwort vorbei: Es kommt darauf an!

    Grundsätzlich sehe ich die Investition in Form von Arbeit in den Aufbau eines Pinterest-Account als lohnend. Klar, es dauert ein paar Stunden, sich Boards zu überlegen, diese mit entsprechendem Keywords nach Pinterest-SEO sinnvoll zu benennen und vor allem Pins zu erstellen.

    Mit der Zeit kommt jedoch Routine rein. Entsprechende Vorlagen, die du bei Canva bereits vorfindest, helfen dabei. Effizienzsteigernd wirkt sich auch die Verwendung von Scheduling-Tools wie Tailwind aus. Ich arbeite aktuell ohne, weil ich lieber händisch bei Pinterest pinne – auch wenn es mehr Zeit kostet. Aber durch Tailwind bekommst du definitiv eine Zeitersparnis rein.

    Du musst also nicht jeden Tag Stunden auf dieser Plattform verbringen. Die Pinterest-Expertin Alexandra Polunin benötigt für ihr Pinterest-Marketing nach eigener Aussage im Zielbar-Interview für zehn Pins täglich vier Stunden Zeit im Monat:

    Das sollte auch jeder Vollzeit-Berufstätige schaffen.

    Du schreibst:

    Mir erschließt sich der Sinn nicht, dass ich wie ein Bekloppter allen möglichen Quatsch pinnen soll. Ja, ich weiß: “Pinne themenbezogen”. Aber dazu muss ich doch die Inhalte alle erstmal lesen.

    Natürlich ergibt es nur Sinn, Inhalte an die Community weiterzuempfehlen, die du auch selbst gelesen bzw. im Falle von Videos angeschaut hast. Insofern widerspricht sich das: Wer die Inhalte hinter den Pins prüft, pinnt keinen Quatsch, sondern nutzwertigen Content. Schlechte Artikel musst und solltest du selbstverständlich nicht teilen.

    Nebenbei-Bloggern rate ich, geduldig bei Pinterest zu sein: Es ist besser, täglich über den eigenen Account ein oder zwei Pins zu pinnen, als in einer Hauruck-Aktion ganz viel und dann monatelang wieder nichts. Das ist ja das Schöne an Pinterest: Es ist ein äußerst geduldiges Netzwerk, in dem deine Pins über Monate auffindbar sind.

    Anders als bei den üblichen Social-Media-Kanälen verpufft die Wirkung eines Posts nicht nach wenigen Minuten, die Halbwertszeit beträgt mehrere Monate. Anhand dessen erklärt sich auch, woher der Traffic-Boost kommt. Je mehr Pins ich in die Plattform einspeise, desto höher sind meine Chancen auf Traffic.

    Dabei ist wichtig, dass meine Pins aussagekräftig sind: Passt der Look zur Zielgruppe? Ist innerhalb von Millisekunden klar, welcher Inhalt sich hinter dem Pin verbirgt? Habe ich eine aussagekräftige Beschreibung zum Pin formuliert?

    Wer jeden dieser Schritte gewissenhaft und sorgfältig befolgt, der kann sich über einen konstant und nachhaltig anwachsenden Traffic-Strom freuen. Wo ist das in Social Media sonst noch möglich, in denen sonst für ein paar Sekunden Aufmerksamkeit erbittert gebuhlt wird?

    Abschließend kann ich sagen, dass der Pinterest-Traffic-Boost auf einer klaren logischen Abfolge beruht: Pins mit klaren Botschaften erstellen, diese pinnen (auch in Gruppenboards) und dranbleiben.

    Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten. Wenn nicht, dann schreib gern nochmal. 🙂
    Um die Option, Kommentaren zu folgen, kümmere ich mich zeitnah, danke für den Hinweis.

    Viele Grüße
    Benjamin

    Antworten
    • Avatar
      Henning Uhle
      1. August 2019 17:04

      Hallo Benjamin,

      erstmal vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit für diese sehr lange Antwort genommen hast. Wie bei meinem Kommentar ist diese Länge der Antwort nicht selbstverständlich.

      Wie du dir schon denken kanst, sind meine Ziele nicht Leads und Markenbekanntheit. Wobei letzteres vielleicht schon. Mein Name ist durch den Blog schon irgendwie bekannt wie ein bunter Hund. Aber die Hauptziele sind, dass ich informieren und mich austauschen möchte. Denn um die Marke an sich geht es ja nicht, wenn man nur nebenbei bloggt.

      Ich habe mitbekommen, dass Pins, die ich vor längerer Zeit abgesetzt haben, ganz plötzlich Zugriffe generieren. Insofern stimmt das, was du schreibst, dass Pinterest geduldig ist. Vielleicht habe ich dich am Ende auch nur an der einen oder anderen Stelle falsch verstanden. Denn es klang für mich wirklich so, als müsse man Pins ballern, als gäbe es kein Morgen.

      Dein Kommentar hat mir das aber verdeutlicht. Ich mache das prinzipiell auch schon so. Natürlich pinne ich meine Blogartikel an. Und wenn ich etwas finde, was mir interessant erscheint, wird dies auch angepinnt. Ich denke, so funktioniert das. Es gibt halt bei mir nicht so die Frequenz wie vielleicht bei anderen. Aber so ist das eben.

      Auf die Tools würde ich gern verzichten. Und nachdem du die aktuell auch nicht verwendest, ist das wohl auch keine schlechte Idee. Zumal, wenn ich nicht ohne Ende Zeit habe.

      Stimmt, um das Aussehen muss ich mich mehr kümmern. Ich lasse halt Pinterest meinen RSS Feed auslesen. Und da ist halt ein Featured Image im Querformat enthalten. Ich habe natürlich mitbekommen, dass Hochformat besser ist. Aber sonst nutze ich Hashtags, die Artikelüberschrift etc. Ich behalte mal im Auge, wie es mit einem alternativen Bild wird.

      Das Interview habe ich mir zu Evernote geschickt und werde es zeitnah lesen. Du tauchst aber inzwischen im Feed Reader auf. Es kann nichts schaden.

      Viele Grüße
      Henning

      Antworten
      • Hallo Henning,

        Information und Austausch sind definitiv schöne Ziele, es muss nicht immer um Verkauf gehen.

        Nene, Pins ballern, als gäbe es kein Morgen ist nicht meine Empfehlung! :-) Vielleicht können Teile des Artikels aufgrund des Turbo-Gedankens so verstanden werden, das schaue ich mir nochmal genauer an. Grundsätzlich bin ich fasziniert von der Plattform und sehe täglich deren Potenzial.

        Vielen Dank, dass du mich in deinem Feed Reader aufgenommen hast.

        Viele Grüße
        Benjamin

        Antworten

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