Lesetipp: Lügennetz (James Patterson)

Nina Bloom ist alleinerziehende Mutter in New York. Nichts Ungewöhnliches im Big Apple, könnte man meinen. Doch schon nach dem ersten, sehr kurzen Kapitel wird klar: Sie ist nicht das, was sie zu sein vorgibt. Hinter der Fassade der fürsorglichen Anwältin steckt eine teuflisch gute Geschichte.

Der Schrecken im Idyll

Florida Anfang der 1990er Jahre: Eine junge Frau begeht in Key West einen schwerwiegenden Fehler, der einen Menschen das Leben kostet. Doch das Schicksal scheint ihr gnädig zu sein und so landet sie in der Obhut von Peter, einem angesehenen Polizisten, der seine ganz eigenen Absichten hat. Die junge Frau, aus der später Nina Bloom werden soll, wähnt sich in Sicherheit.

Gekonnt gestrickt

Von Anfang an ist dieser Thriller das, was viele seiner Konkurrenten gern sein wollen: Ein temporeicher Pageturner mit verblüffenden Wendungen. Patterson nutzt hier, wie auch schon in seinen vorherigen Bestsellern, seine jahrelange Berufserfahrung als Leiter einer Werbeagentur. Er weiß, welche Stellschrauben im Plot zum richtigen Zeitpunkt gedreht werden müssen.

Man kann das Ganze jetzt manipulativ nennen. Und natürlich ist es eine Manipulation, jede spannende Geschichte führt uns bewusst in die Irre, um uns wie einen Esel hinter der Karotte buckeln zu lassen. Wir wollen wissen, wie die dramatischen Ereignisse in Key West mit dem Zukunfts-Ich der erfolgreichen Nina Bloom zusammenpassen.

Pattersons Technik

Wie kaum einem anderen Autor ist Patterson bewusst, wie wichtig es ist, sich kurz zu fassen. Kein Detail wird zufällig erwähnt, alles hat seinen Platz im Patterson’schen Kosmos. So fällt auf, dass der Thriller sage und schreibe 117 Kapitel umfasst – viele davon kaum länger als zwei Seiten. Das ist eine clevere Form, denn wir Leser lieben Erfolge und freuen uns, wieder ein Kapitel weiter zu sein.

Indem wir dieses kleine Erfolgserlebnis, diesen Mikroschritt, durch die Kürze häufiger wahrnehmen, erscheint uns der Text gar nicht so lang. Wir werfen einen Blick hinein und wundern uns, wie wir diesen verdammt spannenden Roman mit einem Umfang von fast 400 Seiten in wenigen Stunden verschlingen konnten. Zusätzlich werden wir mit Cliffhangern belohnt, die sich organisch in den solide konstruierten Plot einfügen.

Fazit

Wer großes Kino oder besser gesagt einen großen Thriller erleben möchte, der macht bei Lügennetz* garantiert nichts falsch. Doch Vorsicht: Einmal im Netz gefangen, werden Sie diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen können!

PATTERSON, JOHN: Lügennetz. Goldmann, München 2014, 352 S., 9,99 €


Autoreninfo:

James Patterson ist ein US-amerikanischer Autor, der in New York aufwuchs. Als wären seine Geschichten nicht schon verrückt genug, arbeitete Patterson eine Zeit lang in einer Psychiatrie, bevor er sich in die Werbebranche begab. Seine Bücher wurden weltweit bisher über 100 Millionen Mal verkauft.

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