Genre-Gehege: Sachbuch

Das stolze Sachbuch präsentiert sich im Genre-Gehege als klarer, nüchterner Zeitgenosse, der seine Beobachter nicht wie ein Thriller aufregen will. Nach Aufmerksamkeit zu heischen ist nicht seine Herangehensweise und trotzdem erfreut es sich großer Beliebtheit. Selbst das Internet konnte dem Sachbuch diesen Erfolg nicht streitig machen. Und so bleibt das Sachbuch ein echter Hingucker, ein Dauerstar im Gehege, der mit fachlicher Kompetenz und Präsenz beeindruckt.

Merkmale

Einfach, verständlich und interessant aufbereitet: Wo das Lexikon doch recht behäbig herkommt, entwirrt das Sachbuch selbst komplexe Zusammenhänge und macht sie den Lesern verständlich. Das erklärt natürlich auch seine Popularität. Das Sachbuch ist wie ein geduldiger Lehrer, der Freude am Unterricht hat. Dabei würden wir ihm Unrecht tun, wenn wir es ausschließlich in der non-fiction-Ecke platzieren würden.

Erfahrene Ratgeber-Autoren beherrschen oft die Kunst des Storytelling. Sie vermitteln Wissen nicht durch sture Aufzählungen, sondern unterhalten und informieren zugleich. Dass es sich hierbei um eine anspruchsvolle Disziplin handelt, ist dem Sachbuch bewusst. Daher beansprucht es seinen Platz im Genre-Gehege mit souveräner Gelassenheit. Zu seinen bekanntesten Exemplaren zählt übrigens das Guinness-Buch der Rekorde*.

Top – Vertreter der Spezies

Das Sachbuch ist eine Raupe, die sich zur Gänze als Schmetterling entpuppt: Biografie, Geschichte, Religion, Freizeit, Business, Sport, Mode, Kunst, Kultur usw. – sämtliche Bereiche menschlichen Wissens weiß das Sachbuch zu bündeln. Dabei entwickelt es sich immer mit der Zeit, implementiert moderne Illustrationen und ändert seinen Stil der Zielgruppe entsprechend.

Die Vielschichtigkeit ist zugleich die größte Schwäche des Sachbuches. So entbrennt regelmäßig ein Streit um die Definition: Gehören Ratgeber tatsächlich noch dazu? Wo ist der Unterschied zwischen Sach- und Fachbuch? Klassische Definition isolieren das Sachbuch zu stark, indem sie häufig den nicht-fiktionalen Aspekt als Ausschlusskriterium sehen. Das ist jedoch, wie wir gesehen haben, im Rahmen des Storytelling nicht sinnvoll.

Vielleicht gehört es schlichtweg zum Wesen dieses Genre-Gehege-Bewohners, sich einer 100%-igen Klassifizierung zu entziehen. Erfreuen wir uns also lieber daran, dass es nach wie vor die Bestsellerlisten erklimmt.

Illustration: Maria John Artwork

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