Einsteins wichtigste Entdeckung

Was könnte wohl Einsteins wichtigste Entdeckung sein? “Ist doch klar, die Relativitätstheorie!” werden Sie vielleicht denken. Und ein Großteil der Menschen würde Ihnen vermutlich zustimmen. Einstein selbst sah das allerdings anders.

Einstein und das Universum

Die wichtigste Erkenntnis meines Lebens ist die, dass wir in einem liebenden Universum leben.

Keine Spur von Relativitätstheorie. Was hat dieser Ausspruch Einsteins aber zu bedeuten? Das obige Zitat wird jedenfalls gern in esoterischen Kreisen dazu verwendet, allerhand Fragwürdiges zu fundieren.

Doch ich glaube nicht, dass Einstein die Existenz von Engeln oder dergleichen meinte. Vielmehr denke ich, dass seine wissenschaftlichen Erkenntnisse ihn zu einer holistischen Haltung geführt haben. Versuchen wir uns dieser verblüffenden Erkenntnis Schritt für Schritt zu nähern.

Was meinte Einstein damit?

Einstein hatte sich intensiv mit Raum und Zeit beschäftigt und uns deren Relativität aufgezeigt. Doch neben dem Naturwissenschaftler war er auch Philosoph. Zum Glück hat Einstein selbst noch mehr zu seiner Sicht auf die Welt gesagt. Im Buch Mein Weltbild* finden wir folgende Sätze von ihm:

Liebe und Stütze gibt den Anstoß zur Bildung des sozialen bzw. des moralischen Gottesbegriffs. Es ist der Gott der Vorsehung, der beschützt, bestimmt, belohnt und bestraft. Es ist der Gott, der je nach dem Horizont des Menschen das Leben des Stammes, der Menschheit, ja das Leben überhaupt liebt und fördert, der Tröster in Unglück und ungestillter Sehnsucht, der die Seelen der Verstorbenen bewahrt. Dies ist der soziale und moralische Gottesbegriff. (Kap.: Religion und Wissenschaft, S. 434)

Wir sollten jedoch sehr vorsichtig mit Einsteins Gottesbegriff sein, denn dieser hat nichts mit dem Verständnis der großen Religionen zu tun, wie der Wissenschafter in einem Brief deutlich klarstellte. Noch deutlicher wird er an anderer Stelle, nämlich zwei Monate nach dem eben zitierten Brief:

Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.

Es ist also klar, dass Einstein einen personifizierten Gott ablehnte. Stattdessen bewunderte er die Struktur der Welt und betrachtete die Wissenschaft als Werkzeug, um diese Struktur besser zu verstehen.

Einsteins Philosophie

Albert Einstein war das, was man ein Universalgenie nennt – ein komplexer Denker, der die Welt mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden besser begreifen wollte.

Einstein betrachtete das Weltgeschehen seinerzeit äußerst reflektiert. So hatte er die politischen Entwicklungen stets im Blick, wie seine anerkennenden Worte zur Leistung Ghandis zeigen.

Einstein hat Ghandi nie getroffen, bewunderte jedoch seinen gewaltlosen Widerstand. Bereits während des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges machte Einstein außerdem klar, dass er Kriegsgegner war. In einem Briefwechsel mit Siegmund Freud* untermauern die beiden Intellektuellen ihren Pazifismus.

Grenzenlose Ausdehnung

Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher.

Diesem berühmten Zitat zufolge billigte Einstein dem Universum zwei Dinge zu: Dass es unendlich ist und dass es liebend ist. Wir können darin eine erstaunliche Parallele entdecken – auch von der Liebe sagt man, dass Sie grenzenlos ist und sich ausdehnt. Entsprechende Hinweise darauf finden wir in Formulierungen wie Das Herz weiten / ein offenes Herz haben / grenzenlos lieben.

Fazit

Einsteins Aussage bleibt ein Mysterium. Nichts zuletzt deswegen, weil seine Haltung zur Religion fragmentarisch und widersprüchlich aufgezeichnet ist. Doch gerade dieses Mysterium lehrt uns, Einsteins Leistungen und Erkenntnisse nicht nur in einem physikalischen Kontext zu betrachten.

Der Newsletter von Benjamin Brückner

bb-newsletter-logo

Erhalten Sie regelmäßig E-Books, Marketing-Tipps und Infos über neue Blogbeiträge. Ihre Daten sind bei mir selbstverständlich geschützt.

Ihre E-Mail-Adresse:

5.0
03
Vorheriger Beitrag
Lesetipp: Der Mann mit der Ledertasche (Charles Bukowski)
Nächster Beitrag
Logik in Texten

Ähnliche Beiträge

bloggen-fuer-anfaenger-5-tipps

Bloggen für Anfänger: 5 Tipps, um durchzustarten

Beitragsbild_Authentizität

Was ist schon authentisch?

5 Gründe, keine Bücher zu lesen

5 Ausreden für Lesemuffel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü