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Vernetzung: Nur Adden reicht nicht

Beitragsbild: Vernetzung - nur Adden reicht nicht

Wer erfolgreich bloggen möchte, ist gut damit beraten, sich zu vernetzen. Doch was bedeutet das überhaupt und welche Möglichkeiten der Vernetzung sind wirklich sinnvoll? Ein Beitrag anlässlich des ersten Geburtstages von Daniela Sprungs blogger abc.

Digitale Vernetzung

Sich über das Web zu vernetzen, gehört für Blogger zum Geschäft. Betrachten wir daher die gängigsten Optionen zum Knüpfen von Kontakten:

  1. Gastartikel

In einem anderen Beitrag bin ich auf die Gründe eingegangen, weshalb Gastartikel ein Randphänomen sind. Dabei sind gerade sie optimal für die nachhaltige Vernetzung geeignet.

Gastartikel bringen Blogger auf den Schirm neuer Leser, stärken die eigene Expertise und helfen dabei, wichtige Kontakte zu knüpfen.

Gastartikel bieten die perfekte Möglichkeit, die richtigen Leser anzuziehen. Das hat natürlich auch positive Auswirkungen auf den Blog, bei dem der Artikel erscheint. Leser lernen neue Autoren kennen und der Blogs wächst.

  1. Social Media

Der Klassiker Facebook ist nur eine, wenn auch sehr effektive Plattform, um sich mit anderen Bloggern zu vernetzen. Insbesondere Gruppen wie Bloggeria oder das Blogger-Netzwerk ermöglichen Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis den direkten Austausch. Blogger sollten sich jedoch die Regeln der Gruppen genau durchlesen, bevor sie ihren Blog promoten oder Ähnliches. Wer hier spammt, ist schneller wieder draußen, als er Logout sagen kann.

Sich über Google+ zu vernetzen, erhöht die Sichtbarkeit der Beiträge.

Auch Google+ eignet sich hervorragend, um sich effektiv zu vernetzen und die eigenen Artikel gezielt einem größeren Publikum näherzubringen. Entgegen aller Unkenrufe ist Google+ ein lebendiges Netzwerk. Blogger sollten jedoch nicht den Fehler machen, Google+ mit Facebook gleichzusetzen, denn die Art und Weise der Kommunikation ist eine völlig andere.

  1. Blogger-Netzwerke

Neben den stark frequentierten Social-Media-Plattformen existieren nützliche Blogger-Netzwerke wie Paperblog, Bloglovin‘ oder Bloggerei, um drei der bekanntesten zu nennen. Hier lohnt sich auch ein Blick auf noch junge Netzwerke wie zum Beispiel Everkiosk.

Blogger-Netzwerke ermöglichen eine thematische Einordnung des Blogs.

Die Netzwerke helfen zum einen, den eigenen Blog sichtbarer zu machen. Zum anderen bekommen Blogger durch Schlagwörter bzw. die Angabe von Kategorien die Möglichkeit, den eigenen Blog in der thematisch passenden Nische vorzustellen. Und viele der Leser in den Netzwerken sind ebenfalls Blogger, die gern an die Tür fähiger Kollegen klopfen.

  1. Business-Netzwerke

Anders als Facebook dienen Business-Netzwerke nicht primär dem Austausch von privaten Nachrichten. Auf XING! oder LinkedIn geht es vielmehr darum, sein Geschäftsprofil zu präsentieren und gezielt nach Jobs oder Partnern für die eigenen Projekte zu suchen. Auch das Teilen von Informationen läuft hier sparsamer und überlegter ab.

In Business-Netzwerken lässt sich gut ein Feed des eigenen Blogs im Sinne des Portfolios einbinden.

Nach wie vor herrscht im Web eine rege Diskussion darüber, welches Business-Netzwerk sinnvoller ist. Die Entscheidung, ob man mehrere, keines oder nur eins nutzt, muss jeder selbst treffen. Vereinfacht kann gesagt werden, dass LinkedIn sich gut für die Pflege von internationalen Business-Kontakten eignet, wohingegen XING! mit neun Millionen Mitgliedern im D-A-CH-Raum sehr erfolgreich ist.

Doch auch hier sind die Experten-Einschätzung unterschiedlich. Wer sich in einem Business-Netzwerk registrieren möchte, sollte sich daher genau über die Gepflogenheiten und die Ausrichtung informieren. Einen hilfreichen Beitrag für diesen Zweck finden Sie hier.

Die drei Klassiker

Wenn es um Vernetzung geht, denken wir meistens an große Plattformen. Allerdings gibt es drei Klassiker, die in Sachen Effektivität und persönlicher Vernetzung durch nichts zu ersetzen sind.

  1. Persönliches Gespräch

Ja, das soll es noch geben – Blogger, die sich mit Bloggern bzw. Geschäftspartnern von Angesicht zu Angesicht treffen. Dies ist natürlich die beste und nachhaltigste Methode, sich zu vernetzen. Es liegt in unserer Natur, soziale Interaktionen auf persönlicher Ebene zu führen. Für derartige Treffen eignen sich Messen und Konferenzen wie zum Beispiel die re:publica oder die Blogst. Auch wenn es zeitaufwendig ist: Persönliche Treffen sind der mit Abstand beste Weg, ein Netzwerk aufzubauen.

  1. Telefonat

Die Stimme ist ein wichtiges Mittel in der Kommunikation. Zwar ersetzt ein Telefonat kein Treffen, doch ist diese beinahe schon veraltete Methode des Miteinanders deutlich persönlicher als eine geschriebene Nachricht. Ein entspanntes Telefonat bleibt im Gedächtnis und kann den Tag beider Gesprächspartner verschönern. Damit ist übrigens kein lästiges Telefon-Marketing gemeint. 45-minütige Umfragen am Hörer braucht kein Mensch.

  1. E-Mail

Eine E-Mail ist vertraulich, gilt als seriös und erfreut sich wohl deswegen so großer Beliebtheit im Online-Marketing. Die Wirkung von E-Mail-Newslettern scheint ungebrochen und viele Blogger setzen nach wie vor auf diese Möglichkeit, um mit ihren Lesern in Kontakt zu bleiben.

Kooperationen

Darunter fällt alles, was nicht mit den vorher erwähnten Punkten zu tun hat, aber auch zur Vernetzung gehört. Kooperationen können Blogger sowohl mit Firmen, als auch mit Medien, Agenturen oder Privatpersonen eingehen.

Wichtig hierbei ist, die Kooperation transparent zu machen, etwa wenn es sich um eine Blogparade handelt, wo das Kenntlichmachen des Beitrages zum Grundprinzip gehört. Bei bezahlten Beiträgen, sogenannten Sponsored Posts, ist eine Kenntlichmachung ohnehin Pflicht.

Kooperationen müssen nicht immer finanzieller Natur sein.

Es kann sich genauso gut um eine Zusammenarbeit im Sinne eines Interviews handeln. Linkkäufe haben übrigens nichts mit konstruktiven Kooperationen zu tun und sollten tunlichst vermieden werden.

Nachteile der Vernetzung

Wie alles im Leben hat auch die Vernetzung ein paar Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollten.

  • Zeitaufwand

Zum einen wäre da der enorme Zeitaufwand. Kontakte, selbst wenn sie vornehmlich nur auf virtueller Ebene geknüpft werden, müssen genauso gepflegt werden wie Beziehungen im Offline-Leben. Dazu gehört unter anderem, die Beiträge anderer Blogger wirklich zu lesen, zu kommentieren, zu teilen und weiterzuempfehlen (natürlich nur, wenn man sie für gut befindet).

Gesunde Vernetzung hat einen altruistischen Gedanken: Den Erfolg von anderen zu fördern und sie zu unterstützen. Schließlich wünscht man sich dasselbe von der Community, mit der man in Beziehung tritt. Doch diese Unterstützung und Beteiligung verschlingt viel Zeit.

  • Ellenlange AGB

Ganz ehrlich, wer prüft wirklich alle Dienste, die er nutzt, auf seine AGB hin? Nicht einmal ein Drittel der User. Ursache hierfür ist vor allem deren kryptische Formulierung bzw. ein Deutsch, das selbst Muttersprachlern Probleme bereitet. Dennoch haben die Datenschutzskandale der Vergangenheit gezeigt, wie wichtig eine sorgfältige Prüfung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist.

Netzwerke können die besten Absichten haben, dennoch sollte jeder Blogger die Bedingungen für ein Inserat sorgfältig prüfen. 

Wer leichtfertig die AGB eines fremden Dienstes akzeptiert, darf sich über mangelnden Datenschutz und andere Ärgernisse nicht wundern. Dennoch liegt die Schuld nicht nur auf der einen Seite: Auch der Vertragspartner sollten dahingehend in die Pflicht genommen werden, seine Geschäftsbedingungen klar, transparent und einfach verständlich zu verfassen.

  • Flut von Blogs

Je einfacher Blogger sich vernetzen können, desto mehr von ihnen nehmen diese Gelegenheit natürlich wahr. Umso schwieriger ist es, sich von der Masse der Blogs abzuheben und überhaupt bemerkbar zu machen.

Manche Blogger greifen in ihrer Verzweiflung zu aggressivem Marketing und erreichen damit das genaue Gegenteil.

Ähnlich wie bei Facebook-Gruppen, wo ein sparsamer Einsatz eigener Beiträge sinnvoll ist, empfiehlt es sich auch beim Marketing, wohlüberlegt vorzugehen. Die Flut an Informationen im Web ist gigantisch und nichts stört in diesem Zusammenhang mehr als aufdringliche Werbung.

  • Oberflächlichkeit

Längst nicht alles, was unter den Begriff „Vernetzung“ fällt, ist auch eine solche. Wir sehen das gut am Beispiel des Wortes Freund – ein Freund bei Facebook ist bei Weitem nicht dasselbe wie ein Freund im realen Leben.

Über die Netzwerke findet eine Entwertung der Begriffe statt.

Das gleiche geschieht auch mit dem Begriff  Vernetzung – damit man wirklich von einer Vernetzung sprechen kann, müssen die geknüpften Kontakte auch ernst genommen und wie bereits angesprochen gepflegt werden.

  • Auflösung der Privatsphäre

In seinem Buch Im Schwarm zeigt Byung-Chul Han, welch gravierende Auswirkungen die Vernetzung und das digitale Leben schon jetzt auf uns haben. Wir haben einen Teil unserer Privatsphäre nicht nur verloren, sondern auch bereitwillig aufgegeben und zur Verfügung gestellt.

Ähnlich wie Heidegger es mit der Verkrustung des Alltags beschrieb, sieht Han eine psychologische Verdrängung in der Vernetzung: Indem wir nur Fragmente unseres Lebens mit anderen teilen, erschaffen wir eine Illusion, eine Parallelwelt, in der die Probleme und die negativen Anteile des Alltags nicht zu sehen sind.

  • Das Mehr-Reichweite-Versprechen

Die meisten Blogger wünschen sich Leser. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder das Schlagwort „Reichweite“ – mehr Reichweite für deinen Blog ist ein Versprechen, das sowohl Blogger, als auch Firmen geben.

„Wenn du bei mir veröffentlichst, bekommst du mehr Reichweite.“

Oft müssen solche oder ähnliche Sprüche dafür herhalten, dass es keine anständige Bezahlung oder tatsächliche Gegenleistungen gibt (z. B. wenn der Blogger sich weigert, die Gastartikel ebenfalls via Social Media bekannter zu machen). Eine schöne Sammlung der gängigsten Floskeln findet sich übrigens im Blogger-Relations Bullshit Bingo.

Mehr Reichweite bedeutet nicht, dass damit auch die richtigen Leser kommen. Umso wichtiger ist es, genau zu prüfen, mit wem Blogger sich vernetzen und weshalb. Wer einen langfristig erfolgreichen und sinnvollen Blog aufbauen möchte, fährt auch hier mit Qualität besser als mit Quantität.

  • Ablenkung

In einem anderen Beitrag bin ich bereits auf die Gefahren der Ablenkung eingegangen. Auch die Vernetzung birgt diese Gefahr in sich – Facebook und Co. laden förmlich dazu ein, sich stundenlang mit Bedeutsamem, aber auch mit Banalem zu beschäftigen. Dasselbe lässt sich auch über andere Netzwerke sagen.

Doch nicht nur hier sind wir der Gefahr von Ablenkung ausgesetzt: Anrufe und E-Mails können uns genauso aus der Konzentration reißen. Es wird in Zukunft nötig sein, einen sinnvollen Umgang mit den neuen und alten Medien zu finden. Einen Versuch in diese Richtung bietet die App Offtime, deren Gründer bald in meinem Blog zu Wort kommen wird.

Fazit

Vernetzung wird Bloggern heutzutage sehr leicht gemacht und ist prinzipiell sinnvoll. Über Social Media, Blogger- bzw. Business-Netzwerke und Kooperationen lassen sich effektiv Kontakte knüpfen. Jedoch genügt es nicht, die Personen einfach nur zu Adden oder blind deren Beiträge zu liken. Vernetzung sollte stets auf Augenhöhe erfolgen und fair sein. Für die Pflege eines hochwertigen Netzwerkes ist daher viel Zeit, Sorgfalt, Mühe und Pflege nötig.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade von blogger abc zum Thema „Vernetzung von Bloggern“.

2 Kommentare Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Benjamin, schönes Vernetzungsbild – mit den leuchtenden Knotempunkten.
    Dass die Fragmentierung des Lebens eine Verdrängung sein könnte, ist für mich ein neuer Gedanke – passt irgendwie auch zur Ablenkung! Hast Du Erfahrungen mit offtime?
    Beste Grüße, Rüdiger

    Antworten

    • Hallo Rüdiger,

      danke Dir. 🙂 Vor kurzem habe ich den Co-Gründer von Offtime interviewt, das Gespräch wird noch in meinem Blog erscheinen. Ich nutze die App und finde sie genial. Man kann verschiedene Modi einstellen (Arbeiten, Entspannen) und so störende Ablenkungen unterbinden.

      Beste Grüße,
      Benjamin

      Antworten

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