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Das Beste am Schreiben

Beitragsbild1: Das Beste am Schreiben

Bitte, nicht noch ein Beitrag über das Schreiben! Keine Angst, dieser hier wird anders, versprochen. Denn es geht nicht um die richtige Technik, Anleitungen zur Disziplin oder um Tipps für die Schreibroutine. Heute gehen wir der schönsten Sache der Welt auf den Grund. Zumindest für Autoren.

Die Essenz des Schreibens

Jetzt sind Sie wohl gespannt. Eigentlich haben Sie sich ja vorgenommen, diesen Beitrag gar nicht zu lesen. Zumindest nicht bis zu Ende. Aber vielleicht habe ich Sie ja neugierig gemacht, was denn nun das Beste am Schreiben ist. Na gut, dann will ich Sie mal nicht länger auf die Folter spannen. Vielleicht noch ein bisschen … also dann, raus damit. Das Beste und Schönste am Schreiben ist das Gefühl.

Was für ein Gefühl?

Damit meine ich eine Qualität, die mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen rückt: Erfüllung. Schreiben birgt das Potenzial zur Erfüllung. Nicht die Erfüllung sekundärer Wünsche, sondern das Gefühl an sich.

Natürlich ist es schön, wenn Texte ihr Publikum finden. Auch merke ich, dass ein Bewusstsein für die Qualität dieser Arbeit vorhanden ist. Aber das ist nicht der primäre Grund, aus dem ich schreibe. Es erfüllt mich und so geht es wahrscheinlich jedem anderen Autor, Blogger, Texter etc.

Der Duden beschreibt Erfüllung so:

„inneres Erfülltsein von einer Sache, sodass das Denken und Fühlen weitgehend davon beherrscht wird“

Beherrschung finde ich in der Definition etwas unglücklich gewählt. Schließlich handelt es sich nicht um einen Zwang, sondern um die freiwillige Beschäftigung mit einem Thema.

Besonders erfreulich an dieser Erfüllung ist, dass sie kein Geld kostet. Ich muss sie mir nicht teuer kaufen oder bekomme sie nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten. Diese Erfüllung kommt, sobald ich in die Tasten haue.

Beitragsbild2: Das Beste am Schreiben

Wirkung des Schreibens

Schreiben macht nicht nur Spaß, es fördert auch die Kreativität. Darüber hinaus wird das Denkvermögen geschult. Beim Schreiben müssen Abstraktionen vorgenommen werden und es ist weit mehr als ein Wort an das andere zu reihen.

Stimmt der Aufbau? Kommt die Intention zum Ausdruck? Ist der Text unterhaltsam, interessant, bewegend, spannend, verständlich und sprachlich einwandfrei?

All diese Kategorien gilt es zu beachten und das erfordert ein Höchstmaß an Konzentration.

Gut für die Gesundheit?

Schreiben kann sogar eine heilende Wirkung haben wie ich in einem Beitrag zur Poesietherapie erläutert habe. Tagebücher sind in diesem Zusammenhang jedoch kritisch zu sehen. Eine Studie der Glasgow Caledonian University  ergab, dass das Notieren traumatischer Erlebnisse in einem Tagebuch nicht zu deren Heilung, sondern zu anderen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen führe.

Andere Studien weisen allerdings gegenteilige Ergebnisse auf. Glaubt man dem Diplom-Psychologen Tony Hofmann, so hat das Schreiben mannigfaltige Vorteile für Gesundheit und Wohlbefinden. In Emotionale Veränderung beim expressiven Schreiben zitiert er Studien, die eine Stärkung des Immunsystems bei HIV-Patienten und den Rückgang von Symptomen bei Asthma und Brustkrebs bei Patienten nachweisen.

Fazit

Das Schreiben also als Wunderwaffe gegen Krankheiten? Das würde wohl zu weit gehen. Aber dass der schriftliche Ausdruck eine positive Wirkung auf Körper und Psyche haben kann, scheint unbestreitbar.

Welche Tätigkeiten erfüllen Sie?

6 Kommentare Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hallo Benjamin,

    ich denke, es kommt darauf an, was jemand schreibt, ob es eine Erfüllung, Erleichterung, Hilfe, etc. ist. Bei Menschen, die Tagebuch führen, habe ich schon festgestellt, dass negative Dinge, die niedergeschrieben werden, noch verstärkt werden. Vor allem, wenn das Tagebuch immer wieder gelesen wird, wird das Geschehene nicht verarbeitet und abgehakt, sondern bleibt immer präsent. Bei Bloggern, die aus Leidenschaft schreiben, habe ich den Eindruck, dass es eine Erfüllung ist und Spaß macht. So ist es auch bei mir. Das Schreiben hat definitiv einen Auswirkung auf denjenigen, der schreibt.

    Viele Grüße
    Claudia

    Antworten

    • Hallo Claudia,

      dieses Gefühl bei Tagebüchern habe ich auch. Kein Wunder, schließlich „nähren“ wir, worauf wir uns konzentrieren. Und wenn ich mich auf Negatives konzentriere, dann bleibe ich womöglich in den negativen Erlebnissen stecken, anstatt sie zu überwinden.

      Spaß ist auch mir sehr wichtig – wenn ich keinen Spaß daran hätte, würde dieser Blog gar nicht existieren. In diesem Sinne, liebe Claudia , bleiben wir beim Bloggen. 🙂

      Viele Grüße
      Benjamin

      Antworten

  2. Hallo Benjamin,

    ich habe mich auch schon gefragt, warum ich eigentlich schreibe. Neben banalen Interessen wie SEO, Reputation, Personal Branding, Ego etc., liegt für mich ein wichtiger Grund darin, mich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen. Als Form des Lernens unter der Gewissheit, dass ich mit dem Ergebnis öffentlich gehe. Da gibt man sich noch mehr Mühe, Dinge zu verstehen, korrekt, auf den Punkt und verständlich wiederzugeben. Uns später kann ich dieses Wissen für mich nutzen, um Dinge einzuschätzen oder selber umzusetzen. Das ist mir erst nach einigen Jahren des Schreibens aufgefallen. Und heute ist es für mich ein sehr wichtiger Grund mit vielen positiven Effekten.

    Viele Grüße,
    Markus

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    • Hallo Markus,

      das ist wahr, denn je mehr Ahnung der Autor vom Thema hat, umso besser wird der Text. Gründliche Recherche ist da enorm wichtig. Und der Text muss gar nicht vor Statistiken strotzen – wichtig ist es aber, gegebenenfalls vorhandene Statistiken zu kennen und sie in die Stimmung des Beitrags einfließen zu lassen. Die von dir angesprochenen Interessen habe ich zum Teil auch, doch diese sind für mich nicht der Motor für das Schreiben. Mein innerer Kompass verrät mir übrigens, dass ein Text reif zur Veröffentlichung ist, wenn ich es gar nicht erwarten kann, ihn zu publizieren. Er kommt mir dann vor wie ein kleines Kunstwerk, das ich der Welt zeigen möchte. Das gilt sogar für Business-Texte, die ja auch in kreativer Art aus der Masse an lieblosem Content herausstechen müssen.

      In diesem Sinne, danke für deinen Kommentar!

      Viele Grüße
      Benjamin

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  3. Hallo Benjamin,
    eine schöne, knappe Zusammenfassung der Intention eines wohl jeden Schreiberlings: Erfüllung! Bezüglich traumatischer Erlebnisse ergeht es mir persönlich so, dass das Schreiben darüber eine Art Befreiungsschlag darstellt. Eine Seele ist verwundbar, aber aus jeder Wunde kann man am Ende positive Gedanken schöpfen.
    Liebe Grüße Sandra

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    • Hallo Sandra,

      danke dir. Mit dieser Form des Schreibens habe ich mich noch nicht wirklich befasst, aber es klingt sinnvoll. Erfahrungen kanalisieren, Gefühle ausdrücken und verarbeiten – letztendlich geht es darum ja immer, selbst in den heiteren Büchern. Toll wird übrigens in „The Storytelling Animal“ geschildet, wie wichtig Geschichten für uns Menschen sind. Kann ich nur empfehlen!

      Liebe Grüße zurück
      Benjamin

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